Europa
ist eine Erfindung des Europäers. Aber wer erfand den Europäer?
Seit wann bevölkert der Homo Europaeus – als Durchschnittsmensch,
als Idealtypus, als Repräsentant – die Vorstellungswelten
derer, die sich im erfundenen Europa beheimatet wähnen?
Durch welche Kulturtechniken schneidert man dem Erfundenen seine
physische und psychische Beschaffenheit, sein Aussehen, seinen
Charakter auf den Leib?
Das Projekt „Imagined Europeans.
Die wissenschaftliche Konstruktion des Homo Europaeus“ fragt
nach Vorstellungen vom Europäer, die im Alltag und in der Öffentlichkeit,
in Wirtschaft und Politik wirksam sind. Besonderes Augenmerk
liegt auf jenen Vorstellungen, die von Wissenschaftlern formuliert
und praktiziert werden. Dabei geht die Projektgruppe von der
These aus, dass gesellschaftlich konstruierte Vorstellungen vom
Europäer in wissenschaftliche Untersuchungen einfließen
und in diesen wissenschaftlich re-formuliert werden. Anschließend
finden sie als wissenschaftlich bewiesene Fakten Verwendung in
den unterschiedlichsten Bereichen der Wissensgesellschaft, bei
der Herstellung von normierten Gebrauchsgegenständen oder
im Bildungs- und Gesundheitswesen.
|