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Der
Homo Europaeus in der Medizin und Nahrungsforschung
Susanne Bauer, Postdoktorandin
Christine Bischof, wissenschaftliche Mitarbeiterin
Dieses Teilprojekt fragt nach der (Neu-)Konfiguration des Homo Europaeus in der
Ernährungsepidemiologie und in der Nutrigenomik. Konkret wird das Feld am Beispiel der multizentrischen Studie European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) – in den Studienzentren in Potsdam und Kopenhagen – empirisch erforscht. Unter welchen Standardisierungen und Subgruppenbildungen werden Daten zu Ernährung und Gesundheit erhoben und ausgewertet? Wie werden die Ergebnisse epidemiologischer Studien wiederum in der Gesellschaft aufgegriffen? Diese Ebenen der Wissensproduktion (in ernährungsepidemiologischen Studien) und der Subjektkonstitution (Akteure: Durchführende und Teilnehmende) werden mittels teilnehmender Beobachtung und Interviews empirisch untersucht. Es soll beispielsweise nachgezeichnet werden, wie ernährungsepidemiologische Risikoabschätzungen und -bewertungen erfolgen und welche Empfehlungen für die Prävention daraus abgeleitet werden. In wieweit hat sich die aktuelle Ernährungsforschung im Zuge der der Genomforschung – als Nutrigenomik – verändert? Wie werden epidemiologische Risikoschätzungen und ihre Kategorien durch die Teilnehmenden angeeignet bzw. in welcher Weise beeinflusst die Studie konkrete Lebenspraxen? Welche Rolle spielen hier Kategorien wie z.B. Alter, Geschlecht, Gesundheit/Krankheit und Regionalität? Anhand ausgewählter Kategorien gilt es, die Effekte humanbiologischer Klassifikationsprozesse und deren Bedeutung für die Entwicklung politischer europäischer Richtlinien “ in den Blick zu nehmen, um die Konstruktion neuer Formen von „(bio)citizenship“ zu vergegenwärtigen.
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